Das sind die Jobs der Olympioniken

 

An den olympischen Spielen teilzunehmen ist für einen Sportler wohl das Größte, was er sich vorstellen kann. Doch der Weg dorthin ist lange und beschwerlich und nur die wenigsten schaffen es.

Die meisten Olympioniken müssen mehrere Stunden täglich trainieren, um die Leistung abrufen zu können, die ihnen später den Weg zu den Spielen frei macht.

Stellt sich die Frage, wie die Sportler das neben dem Beruf machen. Denn nur die wenigsten unter ihnen sind Profisportler – jedenfalls in Deutschland. Die Mehrzahl geht noch einem Beruf neben dem Sport nach.

Wir haben uns einmal umgesehen, welche Berufe das sind. Die Übersicht:

 

Die Goldmedaillengewinner

 

Laura Dahlmeier bescherte der deutschen Olympia-Mannschaft und den Zuschauern einen fulminanten Start in die Spiele. Die Bayerin gewann nämlich gleich zu Beginn eine Goldmedaille im Biathlon und damit auch die erste Medaille für Deutschland überhaupt. Neben dem Sport verdient sie ihr Geld als Zollbeamtin und gehört zu dem Zoll Ski Team.

Auch der zweite Goldmedaillengewinner Andreas Wellinger ist beim Zoll beschäftigt. Der Skispringer ist auch im Zoll Ski Team aktiv und kann daher täglich an seinen sportlichen Fähigkeiten trainieren. In diesem Team finden sich auch Biathleten, Kombinierer, Langläufer und Alpine.

Auch der Biathlet Arnd Pfeiffer steht in den Diensten des Staates. Mittlerweile studiert er zwar neben seinem Beruf Wirtschaftsingenieurwesen, ist aber nach wie vor bei der Bundespolizei aktiv.

 

Die Silbermedaillengewinner des „Team Deutschland“

 

Die Silbermedaillengewinnerin im Skispringen Katharina Althaus gehört ebenfalls dem Zoll Ski Team an. Bisher insgesamt 3 Weltcupsiege zeigen, dass man im Zoll Ski Team wirklich gute Sportler vorzuweisen hat.

Dajana Eitberger gewann überraschend die Silbermedaille im Rodeln. Nicht ganz so überraschend ist ihr Beruf: Sie gehört zu den Sportsoldaten, die sich bei der Bundeswehr über eine erstklassige Förderung freuen dürfen.

Jacqueline Lölling, die aktuell amtierende Weltmeisterin und Europasiegerin im Skeleton ist ebenfalls Staatsbedienstete. Seit 2014 ist sie Mitglied in der Sportfördergruppe der Bundespolizei.

Simon Schempp, der im Massenstart die Silbermedaille gewinnen konnte, ist ein weiteres Mitglied des relativ erfolgreichen Zoll Ski Teams.

 

 

Die Bronzemedaillengewinner des „Team Deutschland“

 

Johannes Ludwig gewann die Bronzemedaille im Rodeln im Einzel. Auch er arbeitet neben seiner sportlichen Karriere, die er bereits seit 1992 auf hohem Niveau betreibt, bei der Bundespolizei, wo er an der Bundespolizeisportschule Bad Endorf trainiert. Zusätzlich dazu ist er aber auch für den Studiengang Wirtschaft und Technik eingeschrieben.

Benedikt Doll gewann zwar die Bronzemedaille im Biathlon, gehört aber nicht, wie die meisten anderen erfolgreichen Biathleten, zu dem Zoll Ski Team, sondern zu dem größten Arbeitgeber der Sportler des „Team Deutschland“: Benedikt Doll ist Sportsoldat und gehört seit 2009 zur Sportfördergruppe der Bundeswehr.

 

 

Warum müssen die Sportler noch arbeiten?

 

Arbeiten neben dem Sport? Das klingt für Profifußballer wie ein Scherz – wenn man von kurzen Auftritten in Werbespots einmal absieht.

Bei den Teilnehmern der olympischen Spiele geht es aber leider nicht ohne einen „anständigen“ Beruf, denn von dem Preisgeld allein kann man nicht leben – geschweige denn eine Familie finanzieren oder gar für die Rente vorsorgen.

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe, die dafür zuständig ist, den Sportlern ein Preisgeld auszuzahlen, ist nicht gerade großzügig: Für eine Goldmedaille bekommen Sportler 20.000 Euro, für Silber gibt es 15.000 Euro und für Bronze 10.000 Euro. Wer schlechter als Platz 8 in der Gesamtwertung abschneidet, bekommt sogar überhaupt gar kein Preisgeld mehr.

Dabei kann es auch ganz anders gehen: In Italien, einem Land das mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, werden die Athleten ganz anders entlohnt. Eine Goldmedaille kann man sich hier mit 150.000 Euro noch einmal zusätzlich vergolden lassen.

Aber auch über das Jahr gerechnet, verhält sich die Stiftung Deutsche Sporthilfe sehr zurückhaltend, was die finanzielle Unterstützung der Athleten angeht. In den letzten vier Jahren zahlte die Stiftung den Sportlern pro Jahr rund 1,17 Millionen Euro. Verteilt auf die Mitglieder der deutschen Olympiamannschaft bedeutet das pro Sportler 630 Euro monatlich. Davon kann man nur sehr schwierig leben.

 

Größter Arbeitgeber der Olympioniken: Der Staat

 

Die große Mehrzahl der 154 Athleten, die für Team Deutschland in Pyeongchang an den Start geht, ist beim Staat beschäftigt: Über 70 Prozent der Sportler arbeiten bei der Bundeswehr, dem Zoll, der Polizei oder einer anderen Form des Staatsdienstes.

Gerade die Sportförderung der Bundeswehr bietet dabei viele Vorteile für die Spitzensportler. Im Gegensatz zu ihren Kameraden müssen die Sportsoldaten der Bundeswehr nicht an dem herkömmlichen Dienst teilnehmen, sondern können sich voll und ganz auf ihren Sport konzentrieren.

 

Ausnahmesportler verdienen immer gut

 

Die Stars des Team Deutschlands müssen sich natürlich nicht ganz so viele Gedanken über ihre Finanzen machen. Wer wie Laura Dahlmeier viele Wettbewerbe für sich entscheiden kann, der heimst auch ordentlich Preisgeld (neben den olympischen Spielen) ein. Zusätzlich dazu verdient sich Dahlmeier auch mit Werbung etwas dazu und kommt so auf ein geschätztes jährliches Einkommen von etwa einer Million Euro.

Daneben gibt es von der Stiftung Deutsche Sporthilfe ein spezielles Programm, das den aussichtsreichsten Kandidaten auf einen Platz auf dem Treppchen vorbehalten ist. „ElitePlus“ nennt sich das ganze und soll den Sportlern möglich machen, ihre Zeit und Konzentration voll für die Vorbereitung auf die Spiele zu nutzen. 1500 Euro pro Monat lässt sich das die Stiftung kosten – allerdings profitieren im gesamten Verband aktuell nur fünf Sportler davon.

 

Große finanzielle Unterschiede zwischen den Sportarten

 

Der Verdienst hängt nicht nur von der persönlichen Leistung, sondern auch von der Sportart ab. Short-Track-Fahrer verdienen am wenigsten.

Bobfahrer und Rodler gehören dagegen zu den Besserverdienern bei den olympischen Spielen. Die Sportler, die sich mit dem Sport tatsächlich ihren Lebensunterhalt verdienen können, spielen mit großer Wahrscheinlichkeit Eishockey. Da wundert es auch niemanden, dass der aktuelle Spitzenreiter bei den Finanzen der deutschen Olympioniken ein Eishockey-Spieler ist: Laut Bild-Zeitung verdient Olaf Kölzig 346.800 Euro – und zwar im Monat!

Das kann sich durchaus sehen lassen, oder?

 

Fotoquelle: fotolia.com, Urheber @fotomek

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