Die Mimik entscheidet über den Erfolg im Bewerbungsgespräch

 

 

 

„Ein Blick sagt mehr als tausend Worte.“ Zugegeben, dieses Bonmot ist eigentlich eher auf romantische Situationen gemünzt, trifft aber trotzdem auch auf Bewerbungsgespräche zu. Denn auch in einem Jobinterview beurteilt unser Gegenüber nicht nur unser Äußeres und was wir sagen, sondern auch das, was wir nicht sagen und nur nonverbal von uns preisgeben. 
Bewerber sind daher gut beraten, gerade im Vorstellungsgespräch auch auf ihre Mimik und die übrige Körpersprache zu achten.
Mit unseren Tipps sollte das gelingen.

1. Der Händedruck

Die Mehrzahl der Vorstellungsgespräche beginnt wohl immer noch mit einem Händedruck. Der ist damit die erste Gelegenheit, bei dem Personaler einen guten Eindruck zu machen. Übrigens: Auch der Arzt nutzt den Händedruck, um sich ein erstes Bild von seinem Patienten zu machen. Seine Aussagekraft sollte man daher nicht unterschätzen. 
Im Vorstellungsgespräch sollte man auf einen festen Händedruck achten, der jedoch nicht so fest sein sollte, dass Sie dem Personaler die Hand quetschen. Daher sollten Sie auch unterschiedliche „Stärken“ für Männer und Frauen wählen. 
Beschränken Sie sich auf einige Sekunden und schütteln Sie bitte nicht die Hand Ihres Gegenübers über einen längeren Zeitraum hinweg.
Wie wichtig ein fester Händedruck ist, fanden bereits vor einigen Jahren Wissenschaftler der University of Iowa heraus: Besonders Frauen, die einen festen Händedruck haben, haben bessere Chancen, den gewünschten Job zu ergattern. In dieser Studie wurde ein fester Händedruck sogar stärker bewertet als die Kleidung oder das Äußere des Bewerbers. Der Grund scheint wohl darin zu liegen, dass man mit dem Händedruck das Gespräch eröffnet und er damit die erste richtige Interaktion zwischen den Gesprächspartnern ist. 
Wichtig: Warten Sie ab, bis der Personaler Ihnen die Hand reicht und erwidern Sie erst dann den Händedruck. Das zeugt von Respekt Ihrem Gesprächspartner gegenüber und macht den Start in das Gespräch einfacher.

2. Blickkontakt

Zu einem professionellen Handschlag gehört auch der Blickkontakt. Schauen Sie dem Personaler in die Augen, wenn Sie ihm die Hand geben. Ein abschweifender Blick könnte als ein Zeichen von Unsicherheit gewertet werden. Den Blickkontakt können Sie auch bereits vor dem Gespräch zuhause vor dem Spiegel üben. Denn denken Sie immer daran: Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Also nutzen Sie sie!
Findet das Bewerbungsgespräch nicht allein mit dem Personaler statt, sondern sind noch weitere Personen mit im Raum, achten Sie darauf, dass Sie während des Gesprächs den Blick auch auf die übrigen Personen richten.
Auf keinen Fall sollten Sie während des Jobinterviews aus dem Fenster oder längere Zeit auf den Boden blicken.

3. Körperhaltung

Die meisten Bewerbungsgespräche finden im Sitzen statt. Hier die richtige Körperhaltung zu finden und vor allem auch das gesamte Gespräch über beizubehalten, ist gar nicht so einfach. 
Grundsätzlich gilt: Sitzen Sie so, dass es bequem für Sie ist, denn eine angestrengte Körperhaltung nimmt auch Ihr Gegenüber wahr und kann das als Unsicherheit oder Angespanntheit interpretieren. 
Bequem sitzen bedeutet aber nicht, dass Sie sich auf den Stuhl hinfläzen sollten. Versuchen Sie, aufrecht zu sitzen und eine offene Körperhaltung einzunehmen. Wenn Sie mit einem gestreckten Oberkörper sitzen, signalisiert das nicht nur Höflichkeit und Offenheit, sondern wirkt sich auch positiv auf die Stimme aus: So kann sich das Zwerchfell nämlich optimal ausdehnen und der Stimme einen vollen und voluminösen Klang geben. Auch das wird unterbewusst von den meisten Gesprächspartnern sehr positiv wahrgenommen.

4. Gestikulieren

Menschen benutzen ihre Hände, um das Gesagte zu unterstreichen. Wie stark die jeweilige Person das macht, hängt von dem eigenen Temperament und der Persönlichkeit ab. Daneben benutzen verschiedene Kulturkreise auch verschiedene Gesten. 
In dem westeuropäischen Kulturkreis werden Bewegungen und Gesten, die über dem Kopf ausgeführt werden, als eher störend und hektisch empfunden. Unterlassen Sie daher unbedingt zu ausladende Gesten. 
Auch kleine Zeichen von Unsicherheit, wie das Spielen mit dem oder den Fingerringen, durch die Haare streichen, oder an der Nase kratzen, sollten Sie – wenn möglich – unterlassen. 
Unser Tipp: Legen Sie die Hände auf den Tisch oder auf Ihre Oberschenkel. So kommen Sie nicht in Versuchung, sie zu häufig zum Gestikulieren zu benutzen. Wenn Ihre Hände sichtbar auf dem Tisch liegen, können Sie versuchen, die Handflächen nach oben zeigen zu lassen. Ihr Gesprächspartner wird das (unterbewusst) als Offenheit registrieren und Ihnen als positive Eigenschaft zuschreiben. Daher ist auch der Klassiker, die verschränkten Arme vor dem Oberkörper, ein absolutes No-Go. 
Aber auch hier gilt: Zwingen Sie sich keine Geste und Körperhaltung auf, die Ihnen vollkommen widerstrebt. Auch das wird wahrgenommen und in den meisten Fällen negativ bewertet.

5. Lächeln und Kopfnicken

Gerade ein offenes und freundliches Lächeln kann das Eis brechen – und zwar nicht nur im Bewerbungsgespräch. Denn lächeln kann anstecken und so lächelt häufig die Person zurück, der wir ein Lächeln schenken. 
Das sollten Sie daher unbedingt auch in einem Jobinterview ausprobieren. Denn wer lächelt, wird als sympathisch und freundlich wahrgenommen. 
Ähnlich verhält es sich mit dem Kopfnicken. Bestätigen Sie ihren Gesprächspartner in seinen Aussagen durch Kopfnicken, wird er sich Ihnen gleich ein Stückchen verbundener fühlen. Denn Menschen sind – gleichgültig in welcher Position – immer noch Herdentiere und auf die Bestätigung der Gruppe angewiesen. Durch das Kopfnicken zeigen Sie ihrem Gesprächspartner, dass Sie mit seiner Meinung übereinstimmen und das ist eine gute Grundlage für ein erfolgreiches Gespräch.

6. Die Verabschiedung

Auch das interessanteste Bewerbungsgespräch findet irgendwann ein Ende. Wenn Sie es bis hierhin geschafft haben, heißt es nun, sich noch ein letztes Mal im besten Licht zu präsentieren. Denn die Verabschiedung ist das letzte Bild, das der Personaler von Ihnen im Gedächtnis behalten wird. Mit anderen Worten: Nicht nur der erste, auch der letzte Eindruck wird wichtig bei der Entscheidung sein, ob Sie den Job bekommen, oder nicht. 
Das Gespräch endet in der Regel ähnlich, wie es angefangen hat und zwar mit einem festen Händedruck und einem Lächeln. Auch bei der Verabschiedung sollten Sie auf den richtigen Blickkontakt achten. 
Gerade bei der Beendigung des Bewerbungsgesprächs gilt: In der Kürze liegt die Würze. Machen Sie jetzt nicht den Fehler, noch einmal das Jobinterview von vorne abzuspulen, sondern verabschieden Sie sich mit einem kurzen, aber prägnanten „Auf Wiedersehen. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.“ Und verlassen Sie den Raum.

 

Fotoquelle: Fotolia | Urheber: ibreakstock

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