Fehlt Ihnen Schlaf? Diese Tipps helfen!

 

 

 

Im Berufsleben gilt er häufig noch als Zeichen von besonderer Leistungsfähigkeit und Erfolg: Schlafmangel. Dass der aber nicht immer von Vorteil sein muss, zeigen viele Studien, die mittlerweile sogar zu dem Ergebnis kommen, dass zu wenig Schlaf schlecht für die eigene Leistungsfähigkeit und damit letztlich auch für das Unternehmen sein könnte. Wie kann man also trotz wenig Zeit ausreichend schlafen, um gesund und leistungsfähig zu bleiben? Wir haben einige Tipps zusammengestellt. 

Die Studienlage 

Wenig Schlaf kann sehr negative Folgen haben: Angefangen, bei einer leichten Konzentrationsschwäche bis hin zu ernsthaften Problemen, die richtigen Entscheidungen treffen zu können, reicht die Bandbreite. Gerade für Personen, die in verantwortungsvollen Positionen sind, kann das mitunter zu einem echten Problem werden, denn anhaltender Schlafmangel kann das Gehirn ähnlich wie Alkohol vernebeln: 24 Stunden ohne Schlaf können so wirken wie vier Gläser Rotwein – eine ganz passable Menge also.

Ein weitere Grund, warum man nachts schlafen sollte: Studien deuten darauf hin, dass Schlafen tatsächlich schlau macht. Im Schlaf verarbeitet der Körper nämlich die Erlebnisse, die wir tagsüber gemacht haben und scheint auch bevorstehende Situationen durchzuspielen. Wer nicht schläft, kann diese wichtigen Erfahrungen nicht machen.

Und auch einen weiteren interessanten Punkt zeigen Untersuchungen: Mitte des vorletzten Jahrhunderts haben wir noch durchschnittlich neun oder gar zehn Stunden geschlafen, mittlerweile sind es im Durchschnitt nur noch etwas mehr als sechs Stunden, die wir uns nächtlich Ruhe gönnen. An diesen Schlafentzug konnte sich unser Körper noch nicht ausreichend anpassen und ist daher in einem permanenten Modus von zu wenig Schlaf. 

 

Warum guter Schlaf so wichtig ist 

Ausgeruhte Menschen treffen bessere und überlegtere Entscheidungen als müde Menschen. Aber nicht nur das. Wer ausgeschlafen ist, zeigt sich von seiner besten Seite, ist meist entspannter und kann mit stressigen Situationen gelassener umgehen. Alles wichtige Eigenschaften, die man auch im täglichen Arbeitsleben benötigt.

An den folgenden Punkt denkt man vielleicht nicht sofort, er ist daher aber nicht minder wichtig: Im Schlaf lernen wir. Bereits nach ungefähr 15 Minuten kommen wir in die sogenannte Delta-Schlafphase, in der Informationen in den Neokortex verschoben werden – und zwar besonders diejenigen Informationen, die Zahlen, Daten und Fakten betreffen. Gerade vor einer wichtigen Präsentation ist daher guter und ausgedehnter Schlaf sehr wichtig. Sind Sie sicher im Umgang mit den Daten und Zahlen, können Sie sich voll und ganz auf die Kunden und/oder Mitarbeiter konzentrieren und das ist der Schlüssel zu einer gelungenen Präsentation. 

 

So schlafen Sie besser 

Gleich vorab: Durchschlafen gibt es nicht, also setzten Sie sich nicht unter Druck! Im Durchschnitt wachen wir pro Nacht bis zu 28 Mal auf – in den meisten Fällen merken wir das aber gar nicht, sondern schlafen sofort wieder ein. Menschen, die unter Schlafproblemen leiden, ist dieser Luxus leider nicht vergönnt. Aber auch für sie gibt es Hilfe:

 • Gehen Sie gelassen an die Nachtruhe heran. Setzen Sie sich nicht selbst unter Druck, denn damit wird es Ihnen mit Sicherheit nicht gelingen, gut zu schlafen. Versuchen Sie vielmehr, sich zu entspannen. Ein heißes Bad kann Wunder wirken. Auch ätherische Öle können den Körper und Geist zur Ruhe kommen lassen.

• Entspannung ist das A und O um schnell einzuschlafen, aber vor allem auch ungestört durchzuschlafen. Leise Musik und vor allem auch Relaxationsübungen für die Muskeln können dies befördern. Versuchen Sie vor allen Dingen die Probleme, die Sie tagsüber vielleicht mit sich herumgetragen haben, vor dem Zubettgehen beiseite zu schieben. Feste Rituale können dabei helfen, den Körper darauf vorzubereiten, dass nun die Arbeit vorbei ist und die Nachtruhe beginnt.

• Verzichten Sie auf Medikamente. Es klingt vielleicht verlockend, mit einer Pille sofort in den wohlverdienten Schlaf zu fallen, leider ist es aber oft nicht der Schlaf, den wir brauchen. Denn Arzneimittel stören ganz häufig die Tiefschlafphase und unterdrücken somit genau das, was wir uns von dem Schlaf erhoffen: Am nächsten Morgen frisch und erholt zu erwachen.

 

Das können Sie direkt nach dem Aufwachen tun 

Nicht nur feste Rituale vor dem Schlafengehen helfen dem Körper dabei, sich auf einen erholsamen Schlaf einzustellen, auch der übrige Tagesablauf und vor allem auch die Phase des Aufstehens können ganz entscheidend zu dem Gelingen beitragen. Versuchen Sie doch einmal einen oder gleich mehrere der folgenden Tipps: 

• Wecker klingelt? Raus aus den Federn! Die Snooze Funktion, die viele gerne nutzen, ist Gift, wenn man morgens entspannt in den Tag und zur Arbeit starten möchte. Denn bereits nach fünf Minuten wird der Körper wieder müde und möchte in die Schlafphase zurückkehren. Sollten Sie einen schwachen Kreislauf haben, dürfen Sie allerdings darauf verzichten, aus dem Bett zu hüpfen und sollten Ihrem Körper Zeit geben, sich auf das Aufstehen vorzubereiten. Aber bitte nicht allzu lange.

• Apropos Wecker: Sogenannte Schlafphasen- oder Lichtwecker sind sehr angenehm für Personen, die morgens schlecht aus den Federn kommen. Das leichte und angenehme Licht dieser Wecker holt den Körper sanft aus der Schlafphase heraus. Das blaue Licht, mit einer Wellenlänge von 460 nm hemmt die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das uns müde und schläfrig macht und bereitet und so auf einen guten Start in den Tag vor.

• Gelegentliche Tiefs sind normal. Auch wenn Sie nachts sehr gut geschlafen haben, ist es ganz normal, dass Sie tagsüber Phasen haben, in denen Sie müde werden. Da hilft nur eins: Eine Pause einlegen. Optimal ist es, wenn Sie nicht nur in der glücklichen Situation sind, eine Pause machen zu können, sondern diese vielleicht auch für ein Nickerchen nutzen dürfen. Denn das steigert die Reaktionsgeschwindigkeit. Untersuchungen der NASA zeigten, dass Piloten, die sich mit ihrem Co-Piloten abwechseln und daher ein Nickerchen machen können, eine bis zu 16 Prozent gesteigerte Reaktionsgeschwindigkeit haben. Die allgemeine Leistungsfähigkeit kann dadurch sogar um bis zu 35 Prozent erhöht werden. Doch Power Nap ist nicht gleich Power Nap. Hüten muss man sich dabei nämlich vor dem Tiefschlaf, denn wer in diese Schlafphase gerät, ist hinterher geräderter als vorher. Daher darf das Nickerchen nur maximal 25 Minuten lang sein.

• Legen Sie während der Arbeit Pausen ein und versuchen Sie sich möglichst viel zu bewegen. So bringen Sie nicht nur ihren Kreislauf in Schwung und versorgen den Körper mit wichtigem Sauerstoff, sie sind abends auch entspannter und kommen schneller zur Ruhe.

• Achten Sie auf ihre Ernährung. Fettige, schwere Gerichte zu Mittag sind ein Garant für das berüchtigte Suppenkoma, besonders wenn Sie ohnehin schon unter Schlafmangel leiden. Greifen Sie lieber zu frischen Lebensmitteln und leichter, aber nährstoffreicher Kost wie Nüsse oder morgens auch gerne Müsli. Denn die versorgen den Körper mit allem, was er braucht, ohne den Magen unnötig zu beschweren. 

Haben Sie noch Tipps auf Lager, wie Sie mit Schlafmangel umgehen? Wir freuen uns auf weitere Anregungen und Ihre Kommentare!

 

Fotoquelle: Fotolia, Urheber: detailblick-foto

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