Kaffee Wissenswertes über den Wachmacher Nummer eins am Arbeitsplatz - Teil 2!

Gähnen: der stille Schrei nach Kaffee. Was man über den Wachmacher wissen sollte

 

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.“ Und kleine Anreize steigern die Motivation der Mitarbeiter. Kostenloser Kaffee ist dabei in vielen Büros sehr beliebt, denn er wirkt nicht nur als Incentive, er macht auch noch wach. Und ein interessantes Gesprächsthema für die Kaffeepause ist er ebenfalls. Wir verraten warum.

 

Der Gang zur Kaffeemaschine: Für viele Mitarbeiter erste Amtshandlung

 

Die Deutschen sind ein Volk von Kaffeetrinkern: 165 Liter des schwarzen Wachmachers trinkt jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Das ist sogar mehr als Wasser, von dem wir pro Jahr 140 Liter trinken.

Aber nicht nur das: Entgegen dem weiterverbreiteten Vorurteil trinken wir Deutsche auch mehr Kaffe als Bier. Unser Bierkonsum ist innerhalb der letzten Jahre auf 106 Liter pro Jahr und Einwohner gesunken.

Auch außer Haus können wir uns der Versuchung von Kaffee kaum entziehen und so kaufen wir 15 Prozent unseres Lieblingsgetränks sogar unterwegs. Den größten Teil davon in Bäckereien, wo wir uns morgens unser Brötchen oder Kaffeeteilchen holen.

Im Büro angekommen, geht es für viele Arbeitnehmer direkt so weiter: Während des restlichen Arbeitstags werden noch ungefähr 2-3 Tassen Kaffee getrunken.

 

Diese Arten von Kaffee gibt es

 

Grundsätzlich kommen zwei verschiedene Arten von Kaffee in die Maschine – manchmal auch gemischt: Arabica und Robusta. Unglaubliche 99 Prozent der Kaffeeproduktion weltweit entfallen auf diese beiden Sorten. Brasilien ist dabei schon jahrelang Weltmarktführer in der Kaffeeproduktion: 2.791.000 Tonnen produziert das Land pro Jahr. Gefolgt von Vietnam, wo hauptsächlich die Sorte Robusta angebaut wird. Auf den weiteren Plätzen folgen Indonesien, Äthiopien und Mexiko.

 

Kaffee: Die beliebtesten Anbaugebiete weltweit

 

Die Kaffeepflanze kann nur unter ganz bestimmten klimatischen Bedingungen optimal gedeihen. Dazu gehören neben den oben genannten Ländern noch weitere wie Peru, Ecuador, Kamerun oder auch Uganda.

Man kann sich das am besten so vorstellen, dass sich die Anbaugebiete wie ein Gürtel um den Erdball herum verteilen. Und zwar genau um den Äquator herum, denn hier fühlt sich die Kaffeepflanze besonders wohl. Daher nennt man diese zusammenhängende Anbaugebiete des Kaffees aus ganz einfach Kaffeegürtel.

Das heißt aber noch lange nicht, dass sich die Kaffees nicht voneinander unterscheiden. Im Gegenteil: Je nach Anbaugebiet schmeckt der Kaffee ganz anders.

 

Kaffee ist nicht gleich Kaffee

 

Schauen wir uns einmal Indonesien an. Das Land liegt mit ungefähr sieben Prozent des weltweiten Kaffeeexports auf Platz drei. Aber Kaffee aus Indonesien ist nicht gleich Kaffee aus Indonesien. Denn hier gibt es ganz verschiedene Anbaugebiete und damit auch Kaffees mit geschmacklichen Besonderheiten.

Kaffeetrinker kennen mit Sicherheit die Insel Java und mit ihr die Java-Bohne, die zur Gattung der Arabica-Sorte gehört. Bereits seit 1712 exportiert Java diese Kaffeesorte über Holland auch in das restliche Europa und ist seither als Kaffeeexporteur bekannt. Der Java-Kaffee wird bei Kaffeetrinkern nicht zuletzt wegen seines geringen Gehalts an Bitterstoffen und etwas säurehaltigerem Körpers geschätzt.

Ironischerweise exportiert Java heutzutage aber nur noch sehr wenig Java-Bohnen, sondern ist hauptsächlich auf Robusta-Bohnen umgestiegen.

 

Kopi Luwak: Der teuerste Kaffee der Welt

 

Indonesien hat nicht nur eine lange, sondern auch eine exklusive Kaffeegeschichte: Der teuerste Kaffee der Welt stammt von hier – der Kopi Luwak.

Kaffeeconnaisseurs kennen diese Kaffeesorte vielleicht auch unter dem Namen „Katzenkaffee“. Denn ohne Katzen gäbe es diesen Kaffee überhaupt nicht.

Das hängt mit der Entstehungsgeschichte zusammen. Die noch rohen Kaffeekirschen werden von einer ganz speziellen Katzenart, die es in Indonesien gibt, gefressen. Die Rede ist von dem Fleckenmusang, der zu der Gattung der Schleichkatzen gehört.

Hat der Fleckenmusang die Kaffeekirschen gefressen, setzt der Verdauungsvorgang ein, der ganz bestimmte Enzyme freisetzt. Doch damit ist die Entstehungsgeschichte noch lange nicht am Ende: Die Schleichkatze kann die Kaffeekirschen nicht verdauen und scheidet sie deshalb wieder aus. Heraus, im wahrsten Sinne des Wortes, kommt der teuerste Kaffee der Welt.

 

Kopi Luwak: Teuer und schlecht für die Tiere

 

Mit einem Preis von 1.000 US Dollar pro Kilogramm ist der Kopi Luwak immer noch der teuerste Kaffee der Welt. Es gibt aber auch Gründe, die neben dem hohen Preis gegen diesen Kaffee sprechen: Die Schleichkatzen, die für die Produktion des Kaffees benötigt werden, werden unter ganz schrecklichen Bedingungen gehalten. In Indonesien gibt es ganze Plantagen, auf denen die Tiere gefangen werden und nur dazu da sind, die unverdaulichen Kaffeekirschen zu fressen und wieder auszuscheiden.

Außerdem gibt es immer wieder Fälle, in denen herkömmliche Robusta-Bohnen als Kopi Luwak deklariert werden, obwohl sie es nicht sind.

 

Die Aufbereitung des Kaffees

 

Ob es sich nun um den teuren Kopi Luwak, oder ganz herkömmlichen Kaffee handelt. Bevor er gemahlen und getrunken werden kann, muss er aufbereitet werden. Zwei verschiedene Aufbereitungsarten unterscheidet man dabei:

 

1.    Die trockene Aufbereitung

2.    Die nasse Aufbereitung

 

Die trockene Aufbereitung des Kaffees

 

Bei der trockenen Aufbereitung braucht man viel Platz und vor allem auch gutes Wetter. Regnet ist, klappt das mit der trockenen Aufbereitung nämlich nicht. Ganz traditionell werden die Kaffeekirschen bei dieser Aufbereitung auf dem Boden ausgebreitet und an der Sonne getrocknet. Im besten Fall liegen dabei keine Kirschen übereinander, was einen enormen Platzbedarf zur Folge hat.

Damit die Kaffeekirschen auch von allen Seiten trocknen können, werden sie mehrmals täglich gewendet. Bei dieser Art werden die Bohnen nicht fermentiert. Anders ist das bei der nassen Aufbereitung.

 

 

Die nasse Aufbereitung: Kaffee mit erstaunlicher Qualität

 

Die nasse Aufbereitung dagegen kommt nicht ohne Wasser aus – im Gegenteil. Diese Art benötigt sogar sehr viel Wasser, weshalb sie nicht überall angewendet werden kann. Denn Wasser ist in vielen Anbauländern ein knappes Gut.

Im Gegensatz zur trockenen werden bei der nassen Aufbereitung die Früchte sorgfältig von Hand ausgesucht. Bei dieser Methode müssen alle Kaffeekirschen den richtigen Reifegrad aufweisen, sonst funktioniert die nasse Aufbereitung nicht. Zentraler Bestandteil dieser Methode ist das Waschen der Früchte, weshalb der so gewonnene Kaffee auch Milds, Café levado oder gewaschener Kaffee heißt.

Zuvor wird aber die Schale und das Fruchtfleisch der Kirsche entfernt, so dass nur noch eine Schleimschicht und die sogenannte Pergamenthülle übrig bleiben.

Um die Schleimschicht zu entfernen, werden die Früchte fermentiert. Dabei werden Hülle und Schicht leicht aufgelöst. In dem anschließenden Waschvorgang werden beide entfernt und zurück bleibt die gewaschene Kaffeebohne.

Diese Bohnen werden nun auf speziellen Vorrichtungen getrocknet und sind danach bereit für die Röstung.

 

Hätten Sie gedacht, dass so viel Aufwand nötig ist, um guten Kaffee zu trinken?

 

 

Fotoquelle: fotolia.com, Urheber: lenkaserbina

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