Referenzen in der Bewerbung: So bringen sie etwas!

 

Ein Arbeitszeugnis muss laut Gewerbeordnung wohlwollend und wahrheitsgemäß formuliert sein. Das ist schön für den Bewerber, manchmal aber ungünstig für den Personalentscheider, denn ein wohlwollend formuliertes Arbeitszeugnis lässt viel Spielraum für Interpretationen.

Sie wollen aber etwas von Belang Ihrem (hoffentlich) zukünftigen Arbeitgeber[1] mitteilen? Dann könnten Referenzen für Sie das Mittel der Wahl sein.

 

Mit Referenzen lässt sich Eindruck machen

 

Jedem Arbeitnehmer steht in Deutschland nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Arbeitszeugnis zu – und zwar in Schriftform. Der ehemalige Arbeitgeber hat also überhaupt keine Wahl, ob er ein Arbeitszeugnis ausstellt, oder nicht. Er muss es tun. Anders ist das bei einer Referenz, denn Referenzen sind freiwillig.

Können Sie also einen ehemaligen Arbeitgeber, oder den ehemaligen Abteilungsleiter dazu bringen, bei dem potenziell neuen Arbeitgeber etwas über Ihre positiven Leistungen und Fähigkeiten zu sagen, können Sie damit punkten. Außerdem gehören Referenzen in Deutschland – anders als in den USA oder Spanien – nicht zu einer Standardbewerbung dazu. Damit sind sie eine gute Möglichkeit, den Personaler auf positive Weise auf die Bewerbung aufmerksam zu machen und sich damit gegenüber anderen Bewerbern positiv hervor zu tun.

Kein Wunder also, dass Referenzschreiben auch in Deutschland immer beliebter werden.

 

Referenz ist nicht gleich Referenz: Der Referenzgeber

 

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Referenzen, die sich auch in der Platzierung in der Bewerbung unterscheiden:

Mit einer Referenz kann eine Person gemeint sein, die etwas Positives über Sie als Bewerber aussagen kann. Möchten Sie mit dieser Art der Referenz punkten, werden die Kontaktdaten der betreffenden Person angegeben. Dafür gibt es wiederum zwei Möglichkeiten: Sie können ihren Referenzgeber bereits im Anschreiben Ihrer Bewerbung nennen und darauf hinweisen, dass er oder sie über Ihre Arbeitsweise berichten kann. Wie beispielsweise: „Großen Erfolg konnte ich dank meiner interkulturellen Kompetenzen in einem großen Projekt mit XY erzielen, wie Ihnen mein damaliger Vorgesetzter XY gerne bestätigen wird.“

Im Lebenslauf sollten dann die Kontaktdaten der betreffenden Person mit der Bezeichnung der aktuellen Position, dem aktuellen Unternehmen (inklusive der Rechtsform) zu finden sein, sowie – falls nicht bereits geschehen – einer Angabe darüber, in welchem Verhältnis Sie zu ihrem Referenzgeber stehen.

Sollten Sie gleich mehrere Personen gefunden haben, die Ihnen eine Referenz geben würden, sollten Sie eine Referenzliste der Bewerbung hinzufügen, dies lohnt sich jedoch erst ab drei Referenzen. Alles andere würde etwas übertrieben wirken.

 

Bei mündlichen Referenzen an Absprache denken

 

Es ist möglich, dass Ihnen ein ehemaliger Vorgesetzter, Arbeitgeber oder sogar Professor die Zusage für eine mündliche Referenz gegeben hat, vielleicht einige Wochen später aber nicht mehr daran denkt. Das kann dann sehr peinlich werden, falls der Personaler Ihren Fürsprecher tatsächlich anruft.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Sie daher die Person unbedingt noch einmal fragen, bevor Sie ihre Bewerbung abschicken.

Unter wirklich keinen Umständen sollten Sie eine Person als Referenzgeber nennen, die nichts davon weiß. Das ist für alle Seiten sehr unangenehm und wirft ein sehr schlechtes Licht auf Sie. Vielleicht verprellen Sie sich dadurch sogar jemanden, der durchaus gerne etwas Positives über Sie gesagt hätte. Wird Ihr Referenzgeber jedoch von dem Personaler am Telefon überrumpelt, hat er überhaupt keine Zeit sich gebührend auf das Gespräch vorzubereiten – und solch ein Gespräch läuft nur in den seltensten Fällen gut ab.

 

Suchen Sie den Referenzgeber sorgfältig aus

 

Jemanden zu finden, der etwas Guten über Sie aussagen würde, ist natürlich eine schöne Sache, aber nicht alle Personen eignen sich gleich gut, um bei dem Personaler des potenziell neuen Arbeitgebers einen guten Eindruck zu hinterlassen: Familienangehörige, Freunde und Bekannte können zwar sicherlich etwas über Ihre persönlichen Vorzüge berichten, jedoch nicht über solche, die in einem engen Zusammenhang mit dem Beruf stehen. Außerdem liegt der Verdacht nahe, dass gerade gute Freunden und Familienangehörige nicht ganz objektiv sind. Mal abgesehen davon, dass es nicht gerade professionell wirkt, wenn man seine besten Freundin oder seinen besten Freund als Referenz angibt.

Wer ist also der optimale Fürsprecher für eine neue Postion? Als Faustregel gilt, dass ein Referenzgeber mindestens eine Stufe in der Hierarchieebene über Ihnen stehen sollte. Sehr gut geeignet sind daher

 

•  Vorgesetzte

•  Personaler in Leitungsfunktion

•  Abteilungsleiter

•  oder sogar gleich der Geschäftsführer selbst

 

Selbstständige oder Freiberufler haben keinen Vorgesetzten, den sie nach einer Referenz fragen könnten. Für diese Berufsgruppe gibt es aber eine andere Alternative: Sie sollten aktuelle Auftraggeber fragen, ob sie nach erfolgreicher Abwicklung eines Projektes eine Referenz geben würden. Das steigert die Chancen, in der gleichen Branche noch weitere Kunden zu finden.

  

Die Referenz in schriftlicher Form

 

Die zweite Möglichkeit eine Referenz Ihrer Bewerbung hinzuzufügen, ist das schriftliche Empfehlungsschreiben. In diesem Schreiben hält Ihr Fürsprecher schriftlich fest, was er bei der anderen Form der Referenz mündlich am Telefon über Sie berichten würde.

Bei diesem Schreiben sollte einige Formalitäten eingehalten werden, damit es die beabsichtigte Wirkung erzielen kann:

 

•  Das optimale Referenzschreiben ist eine DIN A4 Seite lang und von dem Referenzgeber unterschrieben.

•  Es ist in der Ich-Form formuliert und listet prägnant und ohne Umschweife Ihre Erfolge auf.

•  Die Art und die Dauer der beruflichen Beziehung sollte in dem Schreiben näher erläutert werden.

•  Eine genaue Angabe über die Tätigkeitsfelder, auf die sich das Referenzschreiben bezieht, sollte ebenfalls enthalten sein.

•  Der Verfasser des Schreibens sollte darauf hinweisen, dass er gerne für weitere Fragen zur Verfügung steht.

•  Ein Schreiben ist nicht komplett ohne die deutliche Empfehlung, Sie als neuen Mitarbeiter einzustellen.

 

Übrigens: Anders als bei einem klassischen Arbeitszeugnis, dürfen in einem Referenzschreiben gerne Ihre persönlichen Leistungen und Stärken zur Sprache kommen. So erhält Ihr potentieller neuer Arbeitgeber im besten Fall ein vollständigeres Bild von Ihnen.

Möchten Sie ihren Referenzgeber nicht mit zusätzlicher Arbeit belasten, können Sie ihr Referenzschreiben einfach selbst anfertigen und Ihrem Fürsprecher überlassen. Ihm ist es dann freigestellt, das Schreiben so zu übernehmen oder es an einigen Stellen abzuändern.


[1] Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, verwenden wir im Text nur die männliche Form. Die Ausführungen und Angaben sind aber nicht geschlechtsspezifisch gemeint, sondern beziehen sich auf Angehörige beider Geschlechter. 

 

Fotoquelle: Fotolia, Urheber: photolars

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