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Bewerbung nach Kündigung: So klappt es mit dem neuen Job

Vor einer Kündigung ist kein Mitarbeiter sicher. Und trotzdem ist es ein herber Rückschlag, wenn einen selbst eine Kündigung trifft. Denn eine Kündigung des Arbeitgebers empfinden wohl die meisten Arbeitnehmer zunächst als Kritik an der eigenen Person oder der eigenen Leistung. Auch wenn das häufig gar nicht der Grund für die Kündigung war. Bis sich diese Einsicht durchsetzt, kann jedoch einige Zeit vergehen. Zeit, die wichtig ist, um die Bewerbung nach der Kündigung anzugehen. Wie Sie es trotzdem schaffen, das beste aus der Situation zu machen und den anstehenden Bewerbungsprozess selbstbewusst meistern, können Sie hier erfahren. 

Bewerbung nach Kündigung: Die eigene Einstellung

 

Zentral für den Erfolg der Bewerbung nach der Kündigung ist die eigene Einstellung. Der Grund dafür: Im Bewerbungsprozess geht es zwar auch um Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, ein wichtiger Punkt ist aber auch Ihre Persönlichkeit als Bewerber. Der Personalverantwortliche möchte wissen, ob Sie eine Person sind, die sich reibungslos in das bestehende Team integrieren kann. 

 

Außerdem müssen Sie mit Motivation und Durchsetzungsfähigkeit überzeugen können. Nicht selten stellen Personaler in Bewerbungsgesprächen sogenannte Stressfragen, mit denen sie versuchen, die Bewerber aus der Reserve zu locken. Personen, die in einer solchen Situation mit sich selbst hadern, könnten den falschen Eindruck erwecken. Denn wer an sich selbst und seinen Fähigkeiten aufgrund einer vorangegangenen Kündigung hadert, könnte Probleme damit haben, mit Stressfragen souverän umzugehen.

 

Kurz gesagt, der Erfolg der Bewerbung ach der Kündigung steht und fällt auch damit, wie Sie als Bewerber auftreten. Daher sollten Sie vor Ihrer Bewerbung die Kündigung bestmöglich verdaut haben. Die Zeit, die Sie dazu benötigen, sollten Sie jedoch nicht tatenlos verstreichen lassen. Nutzen Sie diese Gelegenheit vielmehr, ihre Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand zu bringen. Denn aussagekräftige und aktuelle Unterlagen sind etwas, mit dem Sie den Personalverantwortlichen beeindrucken können Und genau das ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Nämlich in Richtung neuer Job.

 

Der Lebenslauf bei einer Bewerbung nach Kündigung

 

Einige Bewerber spielen mit dem Gedanken, die Kündigung des vorherigen Jobs zu verheimlichen. Das ist allerdings überhaupt keine gute Idee – und zwar gleich aus mehreren Gründen:

 

  1. Sie sind während des Vorstellungsgesprächs darauf fixiert, die Kündigung zu verheimlichen. Wenn Sie etwas zu verbergen haben und nicht möchten, dass Ihr Gesprächspartner von der Kündigung erfährt, ist das ein Nachteil im Jobinterview. Sie können nicht so frei und unbefangen reden wie Sie reden könnten, wenn Sie ihre Worte nicht sorgfältig abwägen müssten, aus Angst, der Personalverantwortliche könnte doch noch von der Kündigung erfahren. Da Ihr Auftreten zu einem großen Teil darüber entscheidet, ob Sie den Job bekommen oder nicht, schießen Sie sich vermutlich selbst ins Bein, wenn Sie die Kündigung in der Bewerbung verheimlichen. 
  2. Falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen können ein Grund für eine Kündigung sein. Nehmen wir an, Sie bekommen den Job weil oder obwohl sie die Kündigung in ihrer Bewerbung verheimlicht haben. Stellt sich einige Zeit später heraus, dass Sie die Unwahrheit gesagt haben, kann es mit dem neuen Job schnell wieder vorbei sein. Denn fehlende oder falsche Angaben in den Bewerbungsunterlagen rechtfertigen eine Kündigung.

Die Frage nach der Kündigung

 

Nachdem also klar ist, dass Sie die Kündigung in Ihrer Bewerbung ansprechen werden, bleibt noch die Frage, an welcher Stelle Sie diese erwähnen sollten. In der Regel ist der Lebenslauf dafür die richtige Wahl. Denn im CV listen Sie die vorherigen Arbeitgeber und beruflichen Stationen auf. Die Gründe dafür, warum die jeweiligen Jobs geendet haben, gehören zwar nicht zwingend in den Lebenslauf. Bei einer Bewerbung nach einer Kündigung ist Ihnen der Lebenslauf jedoch das richtige Medium, um den Kündigungsgrund kurz (!) zu nennen. 

 

Den Platz im Anschreiben sollten Sie nämlich nutzen, um zu begründen, warum Sie nun bei genau dem Arbeitgeber arbeiten möchten, bei dem Sie sich bewerben. Da das Motivationsschreiben nicht länger als eine DIN A 4-Seite sein soll, bleibt Ihnen kein Raum, die vorangegangene Kündigung ausführlich zu erklären. 

 

Beschränken Sie sich daher darauf, die Kündigung im Lebenslauf anzusprechen und dort wirklich nur kurz zu erwähnen. Das hat den weiteren Vorteil, dass Sie der Kündigung nicht noch unnötig Gewicht verleihen. Sie nennen diese zwar im Lebenslauf, rechtfertigen sich aber nicht dafür. Wer dagegen den Fehler macht und im Anschreiben lang und breit Ausflüchte für die Kündigung sucht, macht sich eher verdächtig. Der Personalverantwprltiche denkt dann vermutlich eher, dass Sie etwas zu verbergen haben. 

 

Wie Sie die Kündigung im Lebenslauf erwähnen, hängt natürlich davon ab, um welche Art der Kündigung es sich handelt. 

 

Bewerbung nach Kündigung: Schuldlose Kündigung

 

Ihr vorheriger Arbeitgeber hat eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen? Dann können Sie zumindest zum Teil erleichtert sein. Sie haben zwar eine Kündigung erhalten, was natürlich alles andere als vorteilhaft ist, müssen sich dafür aber nicht über die Maßen rechtfertigen. Eine betriebsbedingte Kündigung kann jeden treffen. Gerade aktuell dürfte es öfter vorkommen, dass sich Mitarbeiter bewerben, die im Zuge der Corona-Krise eine Kündigung erhalten haben. 

 

Die Kündigung können Sie im Lebenslauf zum Beispiel so aufführen:

 

 

 

04/2017 – 06/2020

Müller AG

Mitarbeiter in der Qualitätssicherung

Betriebsbedingte Kündigung wegen Betriebsschließung 

 

 

Bewerbung nach Kündigung: Die selbstverschuldete Kündigung

 

Diese Form der Kündigung verlangt schon etwas mehr Erklärung. Denn Mitarbeiter, die von ihrem vorherigen Arbeitgeber eine Kündigung erhalten haben, stellen wohl nur die wenigsten Personalverantwortlichen ohne weiteres gerne ein. Grundsätzlich bedeutet aber auch eine selbstverschuldete Kündigung nicht das Ende der Karriere. Bewerber, die es schaffen, auch diese Kündigung in ihrer Bewerbung gut und nachvollziehbar zu erklären, können einen neuen Job finden. 

 

Gerade bei einer selbstverschuldeten Kündigung ist es immens wichtig, dass Sie sich nicht über die Maßen rechtfertigen. Denn eine übertriebene Rechtfertigung der Kündigung könnte den Eindruck erwecken, dass Sie ein schlechtes Gewissen haben. Der Personalverantwortliche wiederum wird das vermutlich negativ bewerten, was Ihre Chancen auf den Job mindern dürfte. Daher gilt: Die Kündigung ansprechen und dazu stehen. Was geschehen ist, können Sie nicht rückgängig machen. Sie haben aber einen Einfluss auf die Gegenwart und Zukunft.

 

Die selbstverschuldete Kündigung können Sie im Lebenslauf zum Beispiel so wiedergeben:

 

 

 

04/2017 – 06/2020

Müller AG

Mitarbeiter in der Qualitätssicherung

Einvernehmliche Kündigung aufgrund einer beruflichen Umorientierung

Bewerbung nach einer Eigenkündigung

 

Eine recht starke Position haben Personen, die sich nach einer Eigenkündigung bewerben. Denn in diesem Fall haben sie selbst die Entscheidung getroffen, dass sie das Arbeitsverhältnis zu ihrem Arbeitgeber beenden möchten. Jedoch gibt es auch in diesem Fall einen Wermutstropfen: Die Bewerbung gehen sie erst nach der Kündigung an – und eben nicht bevor sie kündigen.

 

Unter Umständen könnte sich der Personalverantwortliche daher auch bei einer Bewerbung nach einer Eigenkündigung fragen, warum es zu der Kündigung kam. Denn Bewerbungen aus einer ungekündigten Position sind der Idealfall. Dann haben Bewerber ausreichend Zeit, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Bei einer Eigenkündigung sitzt ihnen vielleicht das Arbeitsamt im Nacken. Aber auch andere Gründe können dazu führen, dass Bewerber sich auch auf Jobs bewerben, die ohne Kündigung vielleicht nicht ihre erste Wahl gewesen wären. 

 

Daher will auch die Bewerbung nach einer Eigenkündigung gut begründet sein. Das kann Ihnen folgendermaßen gelingen: Machen Sie dem Personalverantwortlichen glaubhaft, dass Sie gekündigt haben, weil Sie mehr Zeit für ihre berufliche Weiterentwicklung benötigen. Absolvieren Sie eine zeitintensive Fortbildung, die Ihnen den nächsten Karriereschritt vereinfacht, können Sie das nicht neben Ihrem eigentlichen Beruf tun. Die Kündigung ist daher kein Rückschritt, sondern die Voraussetzung dafür, dass Sie sich auf den Job bei dem neuen Arbeitgeber bewerben. Denn schließlich wollen Sie genau bei diesem Arbeitgeber arbeiten, bei dem Sie sich jetzt bewerben. 

 

Die Bewerbung nach einer Eigenkündigung können Sie beispielsweise so im Lebenslauf präsentieren:

 

 

 

 

04/2017 – 06/2020

Müller AG

Mitarbeiter in der Qualitätssicherung

Kündigung auf eigenen Wunsch wegen beruflicher Neuausrichtung

 

 

 

Bildnachweis: Roman Samborskyi by shutterstock

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