Magazin / Am Arbeitsplatz / Konfliktmanagement: Konflikte lösen im Job

Konfliktmanagement: Konflikte lösen im Job

In so gut wie jeder Beziehung kommen Konflikte hin und wieder vor. Konfliktmanagement gehört auch zum Job. Ärger mit den Kollegen  ist nicht schlimm, solange Sie den Konflikt fair und wertschätzend austragen, kann er wie ein reinigendes Gewitter wirken. Wie das klappt? Unsere Tipps…

Reibereien im Job sollten ausgetragen werden

Wenn Sie nun denken, dass es besser ist, mit Ihrem Unmut hinterm Berg zu halten, statt den Konflikt offen auszutragen, irren Sie sich. Studien zeigen nämlich, dass unterdrückter Ärger und ständige Reibereien einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben können. Im Prinzip lassen sich die Folgen denen von zu viel Stress während des Arbeitstages gleichsetzen. Mitarbeiter, die häufig mit Streitigkeiten zu kämpfen haben, spüren über kurz oder lang körperliche Beeinträchtigungen. Dazu gehören:

  • Erhöhter Blutdruck
  • Störungen im Hormonhaushalt
  • Schlafstörungen
  • Burnout

Natürlich sind die genannten Folgen keine Skala, die immer in dieser Abfolge ablaufen wird. Was sich jedoch zeigt, ist dass der überwiegende Teil der Mitarbeiter, die tagtäglich Kleinkriege im Büro aushalten müssen, auf die ein oder andere Weise nicht nur psychisch, sondern auch körperlich darunter leiden. Grund genug also, die Reibereien nicht unter der Oberfläche dahin schwelen zu lassen, sondern aktiv etwas dagegen zu unternehmen.

 

 

So lösen Sie die Probleme

Natürlich kommen Reibereien und Streitigkeiten nicht nur bei Ihrem Arbeitgeber vor. Im Gegenteil, Sie sind in der gesamten Arbeitswelt weit verbreitet. Aus diesem Grund gibt es viele Tipps und Hinweise von Profis, wie Sie am besten aus einer Konfliktsituation heraus finden, bevor sie eskaliert.

An erster Stelle steht dabei natürlich immer die persönliche Einstellung und der Wunsch, den Konflikt eben nicht bis zum Äußersten zu treiben. Anders ausgedrückt: Wenn Sie die nötige Rücksicht und Empathie Ihrem Kollegen gegenüber aufbringen, ist schon ein großer Schritt in die richtige Richtung getan.

Daneben können Sie aber noch mehr tun:

  1. Suchen Sie Gemeinsamkeiten: Wenn Sie mit einem Kollegen Reibereien haben, werden Sie vermutlich in erster Linie auf die Unterschiede zwischen Ihnen und ihm (oder ihr) achten. Das kann die Situation nur noch weiter verschärfen. Besser: Suchen Sie nach Dingen, in denen Sie die gleichen Ansichten und Meinungen haben. Das muss natürlich noch lange nicht bedeuten, dass Sie nun die dicksten Freunde werden, kann Ihnen aber dabei helfen, Ihr Gegenüber in einem anderen Licht zu sehen – und das kann bereits ein Schritt dahin sein, die Reibereien wenigstens zum Teil abzubauen.
  2. Schließen Sie Kompromisse: Wenn Sie bei Reibereien ausschließlich darauf warten, dass der Andere den ersten Schritt macht, werden Sie vermutlich nur selten zu einer Einigung kommen. Das gilt übrigens auch für den Kollegen, mit dem Sie im Clinch liegen. Warum versuchen Sie also nicht einmal ein anderes Vorgehen. Der gute alte Kompromiss ist dafür wie geschaffen. Schlagen Sie eine Lösung vor, bei der sowohl Sie, als auch Ihr Kollege sich ein wenig von Ihrer ursprünglichen Position wegbewegen müssen. In der Regel wird Ihr Gegenpart dieses Verhalten zu würdigen wissen und es als fair beurteilen. Schließlich rücken Sie von Ihrer Postion ab und verlangen das nicht nur von Ihrem Kollegen. Damit Ihnen das leichter gelingt, machen Sie sich Folgendes klar: Auch wenn Sie einen anderen Eindruck haben und Sie von Ihrer Warte aus betrachtet natürlich recht haben, sollten Sie auch die Meinung Ihres Kollegen zulassen – und auch die Möglichkeit, dass er (oder sie) ebenfalls nicht ganz im Unrecht sein könnte.
  3. Bleiben Sie im Gespräch: Auch wenn sich die Reibereien mit Ihrem Kollegen zu einem handfesten Streit auswachsen, sollten Sie grundsätzlich gesprächsbereit bleiben. Es gibt kaum etwas, das einen Konflikt mehr verfahren lässt, als der Abbruch der Kommunikation. Selbst dann, wenn Sie sich sehr über Ihren Kollegen geärgert haben und vielleicht sogar echte Nachteile aufgrund seines Verhaltens erdulden mussten, sollten Sie im Gespräch bleiben. Damit ist natürlich gemeint, dass Sie ihm offen und fair begegnen. Gesprächsbereit in diesem Sinne heißt nicht, dass Sie ihm bei der nächsten Gelegenheit Vorhaltungen machen oder mit neuen Anschuldigungen um die Ecke kommen. Im Gegenteil, versuchen Sie so neutral wie möglich zu formulieren und nutzen Sie im Zweifel lieber weichgespülte als zu schroffe Wörter.
  4. Treffen Sie verbindliche Absprachen: Wenn Sie gerade im Gespräch mit ihrem Kollegen sind, sollten Sie versuchen, den eigentlichen Grund für die Reibereien zu identifizieren. Stören Sie sich beispielsweise daran, dass er häufig zu spät auf der Arbeit erscheint oder Deadlines nicht einhält, sollten Sie das kommunizieren. Formulieren Sie dabei – wenn möglich – aus Ihrer Perspektive. Das klingt dann so: „Ich ärgere mich etwas darüber, wenn ich Deadlines einhalte und notfalls Überstunden mache, ich das umgekehrt aber nur selten von Ihnen erwarten kann. Ich fühle mich im Nachteil und merke, dass das unsere Zusammenarbeit beeinflusst. Können wir gemeinsam einen Weg finden, diese Unstimmigkeit aus der Welt zu schaffen?“ Damit haben Sie Ihr Problem sehr anschaulich erklärt und Ihr Kollege wird kaum etwas dagegen sagen können, wenn er tatsächlich häufig zu spät die geforderten Unterlagen einreicht. Im nächsten Schritt können Sie sich auf ein verbindliches Verhalten einigen. Zum Beispiel, dass der Kollege versucht, in Zukunft die Unterlagen schon einen Tag vor der Deadline abzugeben. Hält er die frühere Deadline nämlich nicht ein, haben Sie noch genügend Zeit zu reagieren. Ideal ist es, wenn Sie Ihre Absprachen schriftlich festhalten und Sie beide diese absegnen. So können sowohl Sie als auch Ihr Kollege sich bei Bedarf darauf berufen.

 

Diese Schritte sind ein Weg dorthin, Reibereien im Job langfristig aus der Welt zu schaffen. Sollte es Ihnen nicht gelingen, auf diese Weise auf einen grünen Zweig mit Ihrem Kollegen zu kommen, hilft wohl nur noch, dass Sie sich Hilfe von anderen Kollegen erbitten oder gar den Vorgesetzten einschalten. Denn eins ist sicher: Konflikte mit den Kollegen belasten das Betriebsklima und sollten auf keinen Fall zu einem Dauerzustand werden.

 

 

Freunden empfehlen
Ähnliche Artikel
Freunden empfehlen