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Sinnvolle Mittagspause

Aufmerksamer, kreativer, effizienter – wer richtig Mittagspause machen kann, arbeitet besser. Zu diesem Ergebnis kommen verschiedene Studien und Untersuchungen. Aber nicht nur das, abschalten ist wichtig, um leistungsfähig und gesund zu bleiben. Dabei sollten wir die Pause nicht zu lange hinauszögern und schon gar nicht bis zum Feierabend damit warten. Denn Fakt ist: Arbeitnehmer, die sich rechtzeitig und zielgerichtet erholen, sind produktiver. Grund genug sich mit der Frage zu beschäftigen, wie Sie richtig Pausen machen können.

Pause machen ist wichtig

Vor allem für Selbstständige scheint das Pause machen eine unnötige Verschwendung zu sein  – und zwar von wertvoller Arbeitszeit und damit auch Geld. Die Realität ist aber eine andere: Wer richtig Pause macht, arbeitet danach produktiver und effizienter und holt damit die scheinbar vergeudete Zeit locker wieder auf.

Auf der anderen Seite dient die regelmäßige Pause aber auch dazu, unsere Arbeitskraft zu erhalten. Wir sind schließlich keine Maschinen, die arbeiten können, bis der Akku leer ist. Arbeitnehmer und Selbstständige, die das trotzdem immer wieder machen, riskieren gesundheitliche Probleme. Und damit im schlimmsten Fall auch, dass sie komplett ausfallen.

Untersuchungen zeigen darüber hinaus: Wenn wir grundsätzlich warten, bis wir nicht mehr können, um eine Pause zu machen, bleibt die erhoffte Erholung aus. Wer zwei Mal nacheinander zwölf Stunden arbeitet, benötigt eigentlich drei freie Tage in Folge, um sich komplett zu erholen – in der modernen Arbeitswelt ist das in den meisten Fällen vollkommen utopisch.

Der Ausweg: Lieber frühzeitig und richtig Pause machen und dem Körper die wohlverdiente Entspannung gönnen. Denn einfach formuliert bremsen Pausen nicht unsere Produktivität, sie erhöhen sie.

 

 

Nicht nur richtig, sondern rechtzeitig

Wer seinen Körper zu lange (über-) anstrengt, muss mit gesundheitlichen Folgen rechnen. Aber schon bevor unsere Gesundheit leidet, fordert das Arbeiten ohne Pause seinen Tribut: Wir machen Fehler und müssen im schlimmsten Fall den Arbeitsschritt wiederholen (was häufig mit zusätzlichen Kosten für den Arbeitgeber verbunden ist).

Daher raten Arbeitsmediziner dazu, rechtzeitig Pause zu machen – und das ist für viele Arbeitnehmer früher, als sie eigentlich denken. Wenn wir nämlich merken, dass wir müde werden und erschöpft sind, ist es in der Regel schon zu spät. Dann haben Sie den Punkt bereits überschritten, an dem Sie eine kurze Pause einlegen sollten.

Einige körperliche Anzeichen verraten Ihnen, dass es Zeit für eine kurze Entspannung ist:

  • Der Puls wird schneller
  • Die Atmung wird flacher
  • Wir gähnen (häufiger)
  • Augenflimmern kann auftreten
  • Unsere Augen tränen

Das sind nur einige der Symptome, die sich bei Erschöpfung und Müdigkeit zeigen. Gut möglich, dass sich bei Ihnen ganz andere Begleiterscheinungen manifestieren. Wenn Sie sich und Ihren Körper gut beobachten, können Sie diese identifizieren und nutzen: Bei den ersten Anzeichen von Erschöpfung sollten Sie zukünftig handeln und eine kurze Pause einlegen. Denn merken Sie frühzeitig, dass es Zeit für eine kleine Ablenkung ist, reicht schon eine kurze Pause von einigen Minuten aus, um die volle Leistungsfähigkeit und Konzentration wieder herzustellen.

Wenn Sie keine individuellen Anzeichen feststellen, hilft Ihnen vielleicht folgende Daumenregel weiter: Nach ungefähr einer Stunde konzentrierter Arbeit (bei dem einen dauert es länger, bei dem anderen weniger lange) sollten wir eine Pause einlegen.

 

 

So geht`s

Untersuchungen deuten außerdem darauf hin, dass diejenigen Pausen, die die Arbeitnehmer frei wählen können, am erholsamsten sind. Arbeiten Sie beispielsweise im Homeoffice, sollten Sie darauf achten, nach ungefähr 60 bis 80 Minuten eine kurze Pause einzulegen. Einige Minuten reichen schon, um Ihre Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Für den Anfang können Sie sich zum Beispiel einen Wecker stellen, um sich daran zu erinnern, die Pause einzuhalten.

Sollten Sie dagegen so viel zu tun haben, dass Sie ihre Pause möglichst weit nach hinten schieben, wird der Erholungseffekt aller Voraussicht nach einfach verpuffen. Auch das belegen Studien: Pausen, die am Ende der Arbeitszeit genommen werden, haben bei weitem nicht den Effekt wie Pausen, die relativ frühzeitig gemacht werden.

Und noch etwas Weiteres zeigen Untersuchungen: Pausen während der Arbeitszeit, die die Arbeitnehmer deshalb einlegen müssen, weil Materialien fehlen, der PC streikt oder ein anderer Einfluss von außen sie von der Arbeit abhält, sind überhaupt nicht erholsam. Im Gegenteil. Bei dieser Art der Pause werden wir eher nervös und ärgern uns, weil wir unterbrochen werden und unsere Arbeit vermutlich nicht in der dafür vorgesehenen Zeit erledigen können.

Doch nun zurück zur Frage: Richtig Pause machen – wie schaffe ich das? Ganz einfach: Mit den folgenden Tipps:

  1. Auf den Zeitpunkt achten. Diesen Punkt haben wir zwar bereits angesprochen, er kann jedoch nicht oft genug wiederholt werden. Denn leider achten nicht alle Arbeitnehmer darauf, dass sie regelmäßig Pause machen. Daher: Wenn möglich nach ungefähr 60 bis 80 Minuten eine circa fünfminütige Pause einlegen.
  2. Die richtige Aktivität wählen. Forscher haben herausgefunden, dass der Erholungswert der Pause stark damit zusammenhängt, was wir in der Zeit tun. Haben wir einen Bürojob und verbringen unsere Pause damit, einige Minuten durchs Netz zu klicken, wird die Unterbrechung kaum einen Effekt haben. Der Grund: Pausenaktivitäten, die zu sehr mit unserer täglichen Arbeit verbunden sind, werden nicht als echte Unterbrechung wahrgenommen. Der Rat der Wissenschaftler: Machen Sie etwas ganz anderes in Ihrer Pause: Statt am PC zu sitzen, gehen Sie zum Beispiel ein wenig spazieren. Schon wenige Minuten an der frischen Luft können wahre Wunder bewirken und Sie bekommen den Kopf wieder frei. Oder Sie unterhalten sich in der Kaffeeküche einige Minuten mit Ihren Kollegen – allerdings am besten nicht über die Arbeit.
  3. (Wenn möglich) Powernapping. Dieser Tipp für die kurze Pause gilt natürlich nur für diejenigen Mitarbeiter, die am Arbeitsplatz gefahrlos kurz die Augen schließen können. Denn wem es möglich ist, einige Minuten zu dösen, der geht danach ausgeruhter und motivierter wieder an die Arbeit. Um auf Nummer Sicher zu gehen, können Sie den Power Nap einfach in die „große Pause“ legen, die Ihnen bei einem achtstündigen Arbeitstag zusteht. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht zu lange dösen. Wenn Sie in den Tiefschlaf fallen, sind Sie danach vermutlich wie gerädert. Unser Tipp: Stellen Sie sich den Wecker auf fünf bis sieben Minuten und versuchen Sie ganz gezielt zu dösen. Das lässt sich übrigens auch trainieren.

 

 

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