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Stellenangebote – Formulierungen

Stellenangebote in Online-Jobbörsen oder Printausgaben von Magazinen und Zeitungen sind nach wie vor die beliebteste Möglichkeit, nach neuen Arbeitnehmern zu suchen. Untersuchungen zeigen: Ungefähr die Hälfte der neu eingestellten Mitarbeiter wird über Stellenanzeigen gefunden. Grund genug für Bewerber, sich mit den Formulierungen genauer zu befassen. Denn wer weiß, welche Voraussetzungen gefragt sind, hat bessere Chancen bei der Bewerbung….

Die Gliederung einer Stellenanzeige: Das erwartet Bewerber

Stellenanzeigen folgen in der Regel dem gleichen Muster. Das bedeutet, dass Sie ähnliche Elemente in den allermeisten Anzeigen finden. Das ist gut, ermöglicht es nämlich eine Orientierung für Bewerber. Denn damit wissen Sie, welche Elemente Sie wo finden und wie diese zu beurteilen sind. Meist geht es mit einer kurzen Vorstellung des potenziellen Arbeitgebers los.

 

Die Einleitung: Das Unternehmen stellt sich vor

Vor der Beschreibung des eigentlichen Jobs, erfahren Bewerber, bei wem sie sich überhaupt bewerben. Das ist sehr sinnvoll, denn Unternehmen müssen heutzutage umdenken. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind immer schwieriger zu finden, da müssen Arbeitgeber etwas tun, um ansprechend zu sein.

Daher folgt an dieser Stelle zunächst eine kurze Unternehmensdarstellung. Dabei werden in der Regel die Hauptgeschäftsfelder und weitere Daten und Fakten zum Unternehmen genannt.

 

Die Stellenanzeige im Einzelnen

Nach der kurzen Vorstellung geht es meist mit der Stellenanzeige los. Und die folgt ebenfalls ganz häufig dem gleichen Muster:

Jobtitel: An prominenter Stelle in der Stellenanzeige wird der Jobtitel (Jobbezeichnung) genannt. Klar, schließlich möchte der potenzielle Bewerber auf den ersten Blick erkennen, auf welche Position im Unternehmen er sich bewerben kann.

Beschreibung: Meist folgen danach einige Sätze zur Position an sich. Wie sieht die Tätigkeit aus, was wird vom Bewerber erwartet? Mit etwas Glück können Sie an dieser Stelle auch schon mehr Details über den Arbeitgeber erfahren: Wo ist die Stelle im Unternehmen angesiedelt, an wen berichten Sie und wie viel Gestaltungsspielraum haben Sie? Aber Vorsicht: Lassen Sie sich von der Aufgabenbeschreibung nicht einschüchtern. Stellenanzeigen haben meist ein Problem: Die Person, die sie schreibt, weiß ganz häufig gar nicht, wie die Stelle konkret aussieht. Die Beschreibung allein sollte Sie daher nicht dazu veranlassen, sich nicht zu bewerben. Wenn der Jobtitel auf Sie passt und Sie den Großteil der Anforderungen erfüllen, sollten Sie es probieren.

Anforderungen: Jetzt wird es spannend. Denn hier erfahren Sie, was der potenzielle Arbeitgeber von Ihnen erwartet. Wichtige Qualifikationen, die Sie für die Stelle benötigen, werden hier noch einmal genannt. Gerade bei den Anforderungen trennt sich die Spreu vom Weizen. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass Bewerber falsch einschätzen, was letztlich von ihnen erwartet wird. Daher ist es wichtig, notwendige von optionalen Voraussetzungen zu unterscheiden.

Angaben zum Verfahren: Abschließend nennen die meisten Unternehmen einen Ansprechpartner, an den die Bewerbung gerichtet werden kann. Zusätzlich dazu hin und wieder auch ein Datum, bis zu welchem Termin die Bewerbung eingegangen sein soll.

 

Notwendige und zusätzliche Voraussetzungen

Liest man Stellenangebote, kann man schnell den Eindruck erhalten, der Arbeitgeber suche die eierlegende Wollmilchsau. Der Klassiker: Der 24-jährige Hochschulabsolvent mit 4 Jahren Berufserfahrung und einigen Auslandsaufenthalten, der sich während seines Studiums bereits in mehreren Praktika weitergebildet hat.

Diesen Bewerber gibt es natürlich nicht. Trotzdem wird er in vielen Stellenausschreibungen gerne beschrieben. Das kommt daher, dass Personaler für ihre Firma natürlich immer die besten Kandidaten suchen. Da zählen sie lieber zu viele als zu wenige Qualifikationen auf.

 

Unterschied zwischen Muss- und Kann-Qualifikationen

Einige der im Jobangebot genannten Voraussetzungen müssen Sie als Kandidat dabei unbedingt mitbringen, um für die Stelle infrage zu kommen. Diese Anforderungen werden auch als Muss-Anforderungen bezeichnet.

Für den Arbeitgeber sind diese Anforderungen sehr wichtig. Bewerber erkennen sie häufig an ganz bestimmten Kriterien. Dazu gehören:

Hervorhebung: Dinge, die dem Arbeitgeber besonders wichtig sind, hebt er gerne auch einmal hervor. Also beispielsweise durch Fettdruck, kursive Schrift oder sonstige grafische Elemente.

Platzierung: Allgemein kann man sagen, dass Anforderungen, die besonders weit oben in der Stellenanzeige stehen, auch entsprechend wichtig sind. Das bedeutet, dass sich Ihre Chancen erhöhen, je mehr Sie von den wichtigen Qualifikationen mitbringen.

Formulierung: Auch die Art und Weise, wie die Anforderungen formuliert werden, kann Ihnen einen Hinweis darauf geben, ob sie zu den Muss- oder den Kann-Anforderungen gehören:

  • unbedingt notwendig…
  • …setzen wir voraus.
  • wir erwarten
  • berücksichtigt werden nur Bewerber, die…
  • erforderlich sind…

Sind einige der Wörter, die verwendet werden, wenn der Bewerber die Kriterien unbedingt erfüllen muss.

Sogenannte Kann-Anforderungen dagegen sind eher als obligatorisch zu betrachten. Der Arbeitgeber erwartet nicht, dass alle erfüllt werden. Bewerber können die Kann-Anforderungen jedoch dazu nutzen, bei ihrer Bewerbung und im Vorstellungsgespräch zu punkten.

Daher lohnt sich auch hier ein genauer Blick in die Formulierungen in der Stellenausschreibung. Meist erkennen Sie die Kann-Anforderungen an einer der folgenden Formulierungen und Formatierung:

Hervorhebung: Kann-Kriterien in Stellenangeboten sind nicht fett oder kursiv gedruckt, sondern fügen sich ohne Unterschied in die übrigen Voraussetzungen ein.

Platzierung: Optionale Voraussetzungen stehen in der Anzeige eher weiter hinten.

Formulierung: Häufig werden diese Qualifikationen von folgenden Wörtern begleitet:

  • Wünschenswert…
  • Idealerweise
  • …runden Ihr Profil ab, sind jedoch keine Bedingung.
  • …sind von Vorteil.
  • Zusätzlich freuen wir uns über…

 

Was Bewerber erwarten können

Nach so vielen Anforderungen, die an Sie als Bewerber gestellt worden sind, sollen Sie nun auch etwas bekommen. Als nächster Punkt in den meisten Jobangeboten macht Ihnen der Arbeitgeber die Stelle schmackhaft. Unter den Stichwörtern „Was Sie erwarten können…“, „Wir bieten…“ oder etwas Vergleichbarem kommen nun die Gründe, die Sie zu einer Bewerbung motivieren sollten.

Jetzt erfahren Sie nicht nur weitere Punkte zum Job, sondern auch Vorteile des Arbeitgebers. Anreize für Arbeitnehmer wie beispielsweise ein 13. Gehalt, Firmenwagen, Home Office oder flexible Arbeitszeiten werden hier in der Regel genannt.

Übrigens: Wenn Sie mit dem Gehalt nicht zufrieden sind, könnten Ihnen genau diese Informationen helfen. Statt mehr Geld zu fordern, können Sie bei der Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch beispielsweise flexiblere Arbeitszeiten oder gar Sonderurlaub aushandeln. Wie erfolgreich dieses Vorgehen ist, hängt natürlich davon ab, wie gut Sie auf die Stellenbeschreibung passen und welche Qualifikationen Sie mitbringen. Um das zu entscheiden, sollten Sie die weiteren Punkte, die zu einem Stellenangebot gehören, kennen.

 

Das sollten Sie als Bewerber beachten

Wir hoffen, dass deutlich geworden ist, dass Stellenangebote aus ganz unterschiedlichen Bestandteilen zusammengesetzt sind. Nicht alle Kriterien, die im Profil genannt werden, muss der Kandidat auch 1:1 erfüllen und umsetzen können. Allerdings: Je mehr Sie erfüllen, umso besser. Sollten Sie einige der geforderten Muss-Qualifikationen (noch) nicht besitzen, muss das nicht zwingend ein Grund sein, sich nicht zu bewerben. Denn die fehlenden Anforderungen können Sie auch durch andere ausgleichen – oder es zumindest versuchen.

 

Implizite Anforderungen im Jobangebot

Das können Sie beispielsweise durch Qualifikationen, die der Arbeitgeber gar nicht ausdrücklich nennt. Bewerben Sie sich beispielsweise bei einem Unternehmen, dessen Mutterkonzern im Ausland sitzt, können Ihnen Sprachkenntnisse weiterhelfen. Geben Sie daher in Ihrer Bewerbung unbedingt an, dass und wie gut Sie die Sprache sprechen, die im Heimatland der Firma gesprochen wird. Und zwar auch dann, wenn nicht explizit danach gefragt wird.

Der Vorteil: Sie gleichen Schwächen Ihrer Bewerbung aus und zeigen außerdem, dass Sie Problemlösungskompetenz besitzen. Außerdem zeigen Sie dem Personaler dadurch, dass Sie sich intensiv mit dem Stellenangebot befasst haben und aktiv nach Dingen gesucht haben, die Ihnen weiterhelfen. Das sind Eigenschaften, die Personalverantwortliche sehr gerne bei Bewerbern sehen.

 

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