So arbeiten Sie effektiv im Großraumbüro!

 

Die Mitarbeiter[1] sitzen zusammen in einem großen Raum, die Kommunikation untereinander steigt und damit auch die Produktivität – so stellen sich Arbeitgeber die Arbeit im Großraumbüro vor. Doch nicht alle Mitarbeiter empfinden das so. Wie Mitarbeiter trotzdem effektiv im Großraumbüro arbeiten, erfahren Sie hier.

 

Die Lautstärke kann zu einem Problem im Großraumbüro werden 

Kaum zu glauben, aber wahr. In einem Großraumbüro kann es ganz schnell so laut werden, wie an einer stark befahrenen Straße zur Hauptverkehrszeit: 75 Dezibel können da schonmal zusammen kommen.

Hier ist der Arbeitgeber gefragt, etwas gegen zu große Lärmbelästigung zu tun, vielleicht durch eine geschickte Büroplanung, oder durch entsprechendes Equipment. Faxgeräte, falls es die überhaupt noch im Büro gibt, Kopierer, Scanner und Drucker, aber auch Klimaanlage und Lüftung sind auch in einer lärmreduzierten Variante erhältlich. Und für die sollte sich der Arbeitgeber entscheiden, um die Arbeitnehmer vor zu großem Lärm zu schützen.

 

Was Sie gegen Lärmbelästigung tun können 

Viele Arbeitnehmer nehmen die Sache aber auch selbst in die Hand und tun aktiv etwas gegen Lärm im Großraumbüro. Fast ganz still wird es mit Ohrstöpsel, die den Lärm von außen filtern. Auch spezielle Lärmschutz Kopfhörer gibt es mittlerweile, die störende Geräusche aus der Umgebung filtern. So lassen sich auch die Arbeiten, für die sich Arbeitnehmer besonders stark konzentrieren müssen, im Großraumbüro gut erledigen.

Falls Sie sich nun auch diesen Schritt überlegen und selbst für Lärmschutz am Arbeitsplatz sorgen möchten, sollten Sie Kopfhörer oder Ohrstöpsel in jedem Fall vorher mit Ihrem Arbeitgeber absprechen. Nicht alle Arbeitgeber sind davon begeistert, wenn sich ihre Mitarbeiter durch die Verwendung von Lärmschutz-Kopfhörern förmlich ausgrenzen. Und auch bei einem telefonintensiven Job kann ein Kopfhörer fehl am Platz sein. Klären Sie daher unbedingt im Vorhinein ab, ob Ohrstöpsel oder Kopfhörer in Ordnung wären und/oder schlagen Sie eine kurze Testphase vor. So können alle Beteiligten herausfinden, ob Ohrstöpsel eine praktikable Lösung sind.

 

Die Mittagspause: Vorsicht, Geruchsbelästigung! 

Gerade bei stressigen Projekten kann des vorkommen, dass die Mittagspause dazu genutzt wird, noch etwas mit den Zahlen zu jonglieren, oder am neuen Briefing zu schreiben. Essen wollen die meisten Mitarbeiter aber meistens trotzdem in der Mittagspause. Und das sollen sie auch – schließlich ist die Mittagspause zum essen und erholen da.

Es gibt aber eben auch die Fälle, in denen die wohlverdiente Pause auch noch (teilweise) zum arbeiten genutzt wird. Wenn Sie dann unbedingt ein Fischbrötchen essen möchten, kann das für Ihre Kollegen nicht ganz so toll sein. Möglich, dass es Ihnen nicht sofort auffällt, weil Sie so in die Arbeit vertieft sind, aber einige Speisen, wie das Fischbrötchen, oder stark gewürzte Gerichte mit Knoblauch und Zwiebeln, können zu einer echten Geruchsbelästigung für Ihre Kollegen werden.

In diesem Fall haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder entscheiden Sie sich für Gerichte oder Snacks, die halbwegs „geruchsneutral“ sind, so wie Laugenstangen, Brötchen mit Käse, Salate oder Obst. Oder Sie essen Ihr Mittagessen in der Kantine oder im Pausenraum. Letzteres ist bestimmt die bessere Idee, weil Sie bei dieser Gelegenheit vom Schreibtisch wegkommen und Ihre Gedanken einem anderen Thema zureden können. Diese kurze Ablenkung kann dazu führen, dass Sie umso konzentrierter arbeiten können, wenn Sie wieder zurück am Schreibtisch sind.

 

 

Flexible Arbeitszeit im Großraumbüro? Nutzen Sie sie! 

Im Großraumbüro gibt es in der Regel keine festen Arbeitszeiten. Sollte das auch in der Firma, in der Sie arbeiten, zutreffen, nutzen Sie diesen Umstand. Warum kommen Sie nicht früh morgens, oder auch später am Abend ins Büro und arbeiten dann? Meist ist es zu diesen Zeiten nicht mehr ganz so wuselig und Sie können sich auf ihre Aufgaben besser konzentrieren. Dazu sollten Sie aber vorab herausfinden, ob Sie eher eine Eule oder eine Lerche sind. Diese beiden Typen von Menschen gibt es nämlich. Die Lerchen sind die typischen Frühaufsteher, die dementsprechend früh am Morgen die besten Ergebnisse bringen. Für sie lohnt es sich, so früh wie möglich im Großraumbüro zu sein und mit der Arbeit anzufangen, bevor der Rest der Belegschaft auftaucht.

Eulen dagegen laufen erst gegen Abend zur Hochform auf. Menschen, die zu dieser Gruppe gehören arbeiten am effektivsten, wenn sie morgens länger schlafen und erst etwas später im Büro erscheinen. So können Sie die Abendstunden nutzen, wenn viele Kollegen bereits nachhause gehen und von der etwas ruhigeren Stimmung profitieren.

 

So arbeiten Sie konzentriert im Großraumbüro – Unsere Tipps

 1. Führen Sie To-Do-Listen: Gerade wenn es etwas hektischer am Arbeitsplatz zugeht, können Listen helfen, den Arbeitstag zu strukturieren und damit die Arbeit leichter zu gestalten. Eine sauber geführte To-Do-Liste hilft dabei, die wichtigen Aufgaben im Blick zu behalten, so dass nichts vergessen wird. Weiterer Vorteil: Wenn Sie genau wissen, was noch zu erledigen ist, entstehen zwischen den einzelnen Arbeitsschritten keine Pausen. So wissen Sie nämlich auf einen Blick, was als nächstes ansteht und können von einer Aufgabe sofort zur nächsten übergehen. Kurzum: Die Arbeitsqualität erhöht sich.

2. Nutzen Sie die Eisenhower-Matrix. Manchmal hilft es leider nicht, nur die anstehenden Aufgaben aufzulisten und sie der Reihe nach abzuarbeiten. Es kann auch sein, dass es einfach zu viele Aufgaben werden, die Sie bewältigen müssen. Der Ausweg: Die Eisenhower-Matrix. Mit diesem Tool listen Sie die Aufgaben nicht einfach nur nach Dringlichkeit, sondern auch nach Wichtigkeit auf. Damit ist die Matrix ein tolles Instrument, um Chaos auf dem Schreibtisch und im Kopf zu verhindern.

3. Weniger Großraumbüro ist mehr: Bauen Sie sich einen Rückzugsort. Ohne Frage hat das Großraumbüro viele Vorteile. Es gibt aber auch Mitarbeiter, denen ein allzu offenes Konzept nicht gut bekommt. Idealerweise sollte das bereits bei der Büroplanung berücksichtigt werden, falls nicht, können Sie auch selbst aktiv werden. Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten oder Chef darüber, ob Sie sich eine kleine Nische im Großraumbüro einrichten dürfen. Schon mit einem kleinen Bücherregel, oder auch einer etwas größeren Topfpflanze können Sie sich im Großraumbüro einen Rückzugsort schaffen. Damit grenzen Sie sich nicht aus, sondern sind weiterhin für Ihre Kollegen jederzeit ansprechbar. Trotzdem haben Sie ihren kleinen persönlichen Ort, an den Sie sich zurückziehen und in Ruhe arbeiten können.

 


[1] Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, verwenden wir im Text nur die männliche Form. Die Ausführungen und Angaben sind aber nicht geschlechtsspezifisch gemeint, sondern beziehen sich auf Angehörige beider Geschlechter.

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